Neue Forschungsgruppe

Gesundheit und soziale Ungleichheit

Seit Anfang des Jahres untersucht eine neue Forschungsgruppe unter Leitung von Jan Paul Heisig den Zusammenhang von Gesundheit, sozialer Herkunft, Familienbiographie sowie Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg. Die internationale Forschung hat in den letzten Jahrzehnten klar herausgearbeitet, dass Gesundheit und soziale Ungleichheit eng miteinander verknüpft sind. Die  Sozialwissenschaften widmen dem Thema in Deutschland aber weiterhin nur begrenzte Aufmerksamkeit, und die zugrundeliegenden Prozesse sind noch in vielerlei Hinsicht unklar. Hier wird die neue Forschungsgruppe Gesundheit und soziale Ungleichheit ansetzen.

Es geht um folgende Forschungsfragen: Welche Rolle spielen gesundheitliche Ungleichheiten für die intergenerationale Weitergabe von sozialem Status? Wie wirken sich gesundheitliche Ungleichheiten auf Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg aus – und wie beeinflussen Bildungs- und Arbeitsmarktungleichheiten umgekehrt die Gesundheit? Gesundheit umfasst dabei neben der körperlichen Gesundheit auch das psychische Wohlergehen.

Kennzeichnend für die Arbeit der Gruppe ist ein dynamischer Lebensverlaufsansatz, der die Entstehung und die Folgen von gesundheitlichen Ungleichheiten und Unterschieden im Gesundheitsverhalten von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter untersucht. Durch die Verwendung von Längsschnittdaten und innovativen Methoden sollen die komplexen Wirkungspfade zwischen Gesundheit und anderen Dimensionen sozialer Ungleichheit wie dem Bildungserfolg besser verstanden werden. Ein zweites Kennzeichen der Forschungsgruppe ist ein international und historisch vergleichender Ansatz. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie wohlfahrtsstaatliche und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheiten und ihre Folgen beeinflussen.

15.01.2019

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Portrait Foto Dr. Jan Paul Heisig (Foto: David Ausserhofer)
Foto: David Ausserhofer