Klimadebatte am WZB

Miles and more

Von Jutta Allmendinger

Was kann das WZB für mehr Nachhaltigkeit tun? Wie können wir wertvolle Ressourcen effizienter nutzen? Fragen, die auch das WZB beschäftigen. Eine interne Kommission sammelt gerade Informationen rund um den Material­ und Energieverbrauch. Danach wird das gesamte Haus diskutieren, wo und wie unser Arbeiten nachhaltiger werden kann.

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Mädchen auf Skateboards versuchen zu fliegen
RichVintage/+E

Eine Zahl kennen wir bereits: die dienstlichen Flugmeilen aller Beschäftigten des WZB. 2018 waren das 882.872 bei 426 Flügen, die 204.947 kg CO2 ausstießen. Ist das bei über 400 Personen viel oder wenig? Vergleichszahlen anderer Institute liegen uns nicht vor. Schauen wir auf uns: Ist jeder Flug nötig? Jede Konferenz? Jede Besprechung? Was könnte Ersatz bieten? Was wären die Folgen?

Ende des Jahres werden wir erstmals als Selbstverpflichtung und anonymisiert persönliche Zielgrößen vorlegen. Es geht nicht um einen Pranger, sondern um eine informierte Diskussion, die zu Verhaltensänderungen anregt. Erste Schritte sind eingeleitet: eine verbesserte Technik für Videokonferenzen und weniger Sitzungen unseres Wissenschaftlichen Beirats, ergänzt durch schriftliche Berichte – allein das spart 20 transatlantische Flüge im Jahr.

Es kann allerdings nicht nur um Flugmeilen gehen. Wir brauchen eine wissenschaftspolitische Diskussion darüber, wie wir Forschungserfolge zukünftig bewerten. Was sind die Zielgrößen für Vorträge, Gäste, Konferenzen? Wie messen wir internationale Sichtbarkeit und Vernetzung jenseits persönlicher Kontakte? Wie können wir weiter einen guten Dienst an unseren Scientific Peers leisten? Was ist mit den vielen Begutachtungen, den Berufungskommissionen? Wie schenken wir der jungen Wissenschaftsgeneration die nötigen Erfahrungen auf dem internationalen Parkett und die Begegnungen, Beziehungen und Bereicherungen, die sich daraus ergeben? Antworten auf diese Fragen zu finden, bedeutet einen langen Prozess für das WZB.

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Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger
David Ausserhofer

Der Text ist eine leicht gekürzte Version des Editorials für die aktuellen WZB-Mitteilungen (September).

Berlin, 18.9.2019