Wüste
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„Panoramablick" auf Klimawandel und Gesundheit

Welchen Effekt hat der Klimawandel auf die Gesundheit der Bevölkerung betroffener Staaten? Eine gerade erschienene Studie von Daniel Meierrieks, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung zeigt: Steigende Temperaturen und Klimawandel wirken sich negativ auf Kindersterblichkeit und Lebenserwartung der Menschen aus. Dieser Effekt lässt sich z. B. durch die Ausbreitung von Infektionskrankheiten und häufigere Hitzewellen erklären.

Das Neue an der Studie ist der globale, generalisierte Blick auf den Zusammenhang von Temperatur, Erderwärmung und Gesundheit. Dazu hat Daniel Meierrieks Daten von 170 Ländern für die Zeitspanne 1960 bis 2016 analysiert. Es zeigt sich: In der Vergangenheit waren vor allem ärmere Staaten von den negativen Gesundheitseffekten durch Hitze und Temperaturanstieg betroffen. Konkret gesagt bedeutet z. B. 1°C mehr – das entspricht ungefähr dem heutigen Stand der Erderwärmung – einen Rückgang der Lebenserwartung in ärmeren Staaten um mindestens ein halbes Jahr. Eine globale Erderwärmung um mehrere Grad Celsius, von der momentan auszugehen ist, werde dementsprechend große negative Effekte auf die menschliche Gesundheit insbesondere in den ärmeren Teilen der Welt haben, macht Daniel Meierrieks deutlich.

Die Studie zeigt, dass in der Vergangenheit getroffene Anpassungsmaßnahmen noch nicht erfolgreich waren. Um die negativen Auswirkungen abzumildern, müssten größere Anstrengungen zum Schutz des Klimas sowie Investitionen in nationale Gesundheitssysteme unternommen werden.

3.11.20

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Photo Daniel Meierrieks
Martina Sander-Blanck

Zum Autor:  Daniel Meierrieks ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung 

Die Studie “Weather shocks, climate change and human health” von Daniel Meierrieks ist auf Englisch im Open Access verfügbar.