Münzen auf Smartphone mit Schriftzug Donate
Techa Tungateja / istock

Spenden in der Pandemie

Wie hat die Corona-Pandemie prosoziales Verhalten beeinflusst? Das haben WZB-Forschende am Beispiel des Spendenverhaltens untersucht und dafür in Großbritannien ein Online-Experiment mit echten Spenden unternommen. Mehr als 4200 Menschen aus 149 Gemeinden nahmen daran teil.

Theoretisch sind zwei Szenarien denkbar. Die Bereitschaft, anderen zu helfen, kann durch eine ökonomische Krise und größere Unsicherheit zurückgehen. Umgekehrt könnte in einer solchen Situation die Hilfsbereitschaft wachsen, weil Empathie und Solidarität zunehmen.

Mit ihrem Spendenexperiment können Maja Adena und Julian Harke nun zeigen, dass der zweite Effekt überwiegt. So erhöhte der Hinweis auf Covid-19 in einem Spendenaufruf die Spendenbereitschaft. Ebenso weisen die Forscher nach, dass in Regionen, die stärker unter der Pandemie gelitten haben, die Spendenbereitschaft größer ist.

Diese Ergebnisse belegen die Bedeutung von Solidarität und Empathie in Krisen. Sie stehen auch im Einklang mit der Beobachtung, dass sich in Deutschland das Spendenvolumen in den vergangen 24 Monaten erheblich vergrößert hat.

10.11.2022

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Maja Adena und Julian Harke
David Ausserhofer

Maja Adena arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Ökonomik des Wandels. Julian Harke forscht ebenfalls in der Abteilung.