Zukunftsbild
paper planes e.V.

Straßen befreien

Welcher passionierte Fußgänger, welche leidenschaftliche Radfahrerin hätte nicht schon einmal daran gedacht, Autos zu verbannen: von den Gehwegen, den Parkplätzen aus den Einfahrten, Fahrzeuge, die Fahrradwege zuparken und in der zweiten Reihe stehen. All dies mag den Initiatoren eines neuen Berliner Projekts durch den Kopf gegangen sein, die mit dem plakativen Titel werben: „Straßen befreien“. Die Initiative der WZB-Mobilitätsforschenden, der Denkfabrik paper planes und der TU Berlin fordert ein radikales Umdenken und will mit plakativen Bildern zeigen, wie eine Welt mit weniger Autos aussehen könnte.

Im „Manifest der freien Straßen“, das im Juni veröffentlicht wurde, haben die drei Akteure sieben Thesen mit Handlungsoptionen formuliert und beschrieben, wie Städte und Gemeinden wieder lebenswerter gemacht werden können. Außerdem gibt es seit einigen Wochen in Berlin-Kreuzberg ein Experience-Lab, in dem sich die Zukunft des öffentlichem Raums mit weniger Autos ganz konkret erleben lässt. Straßen sollen Orte der Begegnung werden und nicht der Konfrontation. WZB-Mobilitätsforscher Weert Canzler sagt: „Unser Ziel ist es, die oftmals verhärteten kommunalen Diskurse zur Verkehrswende aufzubrechen. Denn wir wissen, dass nur dort etwas passiert, wo der politische Wille vorhanden ist.” Dabei wird die Verkehrswende in dem Projekt mit Themen wie Klima, Gesundheit und Stadtentwicklung verknüpft.

Hinter dem Projekt Straßen befreien steht die „Allianz der freien Straße“, eine Zusammenarbeit dreier Berliner Akteure: Denkfabrik paper planes e.V. ist als Initiator des Projekts für die Gesamtkonzeption zuständig. Die WZB-Forschungsgruppe Digitale Mobilität und gesellschaftliche Differenzierung liefert die wissenschaftliche Expertise. Das Fachgebiet Arbeitslehre, Technik und Partizipation der TU Berlin begleitet den Mitwirkungsprozess. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Mercator.

18.8.22/kes

Zum Manifest "Straßen befreien". 

Weert Canzler hat dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben, in dem er die Ziele des Projekts beschreibt.