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Wandel der Öffentlichkeit

Jürgen Habermas macht gerade mit dem schmalen Bändchen „Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik“ Furore, in dem er kritisiert, wie soziale Medien die Selbstwahrnehmung der politischen Öffentlichkeit beschädigen.

Auch WZB-Forscher Thorsten Thiel und Philipp Staab, Humboldt-Universität zu Berlin, setzen sich mit Habermas‘ Öffentlichkeitstheorie auseinander. Hierfür werfen sie einen neuen Blick auf Habermas‘ klassische Diagnose des Strukturwandels von Öffentlichkeit und reaktivieren die politökonomische Dimension seiner Analyse.

Sie zeigen, dass unter den Bedingungen der digitalen Konstellation nicht mehr das Ruhigstellen von Bürgerinnen und Bürgern als Konsumenten das zentrale Problem ist, sondern die permanente Aktivierung unter dem Primat des Kommerziellen, welche dem emanzipatorischen Versprechen kollektiver Selbstbestimmung entgegensteht.

Der Beitrag von Philipp Staab und Thorsten Thiel: "Social media and the digital structural transformation of the public sphere" ist als Open Access in Theory culture & society. - 39 (2022), Heft 4, p 129-143, erschienen.