Wie uns der Meritokratieglaube prägt

Wer gut ist, kommt voran – Erfolg beruht auf individueller Leistung. So lautet kurz gefasst die Formel der Meritokratie. Nicht alle freilich sind überzeugt von dieser Formel. Rebecca Wetter, Gastforscherin der Abteilung Ausbildung und Arbeitsmarkt, hat am WZB zum Thema Meritokratieglauben geforscht und ihre Dissertation dazu verfasst. Es ging unter anderem um die Frage, welche Auswirkungen der Glaube an die Leistungsgesellschaft auf den Einzelnen und die Gesellschaft hat.

Jetzt ist ihre Dissertation Meritocratic Beliefs and the Persistence of Educational Inequality. A Study of Applicants to Medical School in Germany" erschienen, die auf dieser Forschung basiert. Rebecca Wetter zeigt, wie solche Überzeugungen durch individuelle Bildungserfahrungen und den Bildungshintergrund der Eltern geprägt werden. Sie analysiert am Beispiel von Zulassungsverfahren zum Medizinstudium in Deutschland, wie sich diese Glaubensmuster bei Bewerberinnen und Bewerbern verändern und welche Folgen sie für die Reproduktion von Bildungsungleichheit haben. Bis Ende 2024 war Rebecca Wetter wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Meritokratieglaube, motivierte Erwartungen und Zielverfolgung: Die Studienplatzvergabe als natürliches Experiment“ am WZB.

Im Interview mit dem Budrich Verlag spricht die Forscherin über zentrale Fragestellungen ihrer Arbeit, ihre Forschungsergebnisse und zukünftige Projekte.

3.2.26/kes