1969
Die Gründung

Die „Wissenschaftszentrum Berlin gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ verdankt ihre Gründung Anfang 1969 einer Initiative mehrerer Bundestagsabgeordneter verschiedener Fraktionen. Den Sozialwissenschaften werden große Potenziale zur Beratung von Gesellschaft und Politik zugestanden, die Zeit ist reif für ein internationales Leuchtturmprojekt im eingemauerten West-Berlin. Aber auch der Gegenwind ist stark: Studierende werfen der neuen Einrichtung eine zu große Nähe zur Wirtschaft und organisatorische Intransparenz vor. Das Bild zeigt ein Graffiti am Gebäude des Otto-Suhr-Instituts der FU Berlin.

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Graffiti Zerquetscht das WZB

1970–1975
Die Arbeit beginnt

Im August 1970 nimmt das „Internationale Institut für Management und Verwaltung“ in einer Villa im Grunewald (siehe Foto) seine Arbeit auf. Es folgen das „Internationale Institut für Vergleichende Gesellschaftsforschung“ und das „Internationale Institut für Umwelt und Gesellschaft“. In lockerer Föderation stellen diese drei über West-Berlin verteilten Institute das Wissenschaftszentrum Berlin dar. Von Anfang an ist die Forschung nicht nur international ausgerichtet, viele der Forschenden kommen selbst aus dem Ausland, vor allem aus den USA.

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Villa in Berlin Grunewald

1976–1987
Konsolidierung und Umbruch

Die Einrichtung wächst und mit ihr die Strukturen: Das WZB schafft Stellen für Wissenschaftsverwaltung und Öffentlichkeitsarbeit, 1980 tritt der erste Präsident sein Amt an. Das Verhältnis zu den Universitäten wird enger. Nach dem Regierungswechsel in Bonn 1982 muss das WZB seine Existenz neu rechtfertigen. Eine Strukturkommission entwirft grundsätzliche Reformen der WZB-Forschung.

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Schild Bauankündigung für WZB-Nebau

1988/89
Vom Rand ins Zentrum

Das WZB, das im Mai 1988 in ein gemeinsames Haus (siehe Foto) einzieht, in das um postmoderne Neubauten erweiterte ehemalige Gebäude des Reichsversicherungsamts in Berlin-Tiergarten, hat eine neue, kleinteiligere und flexible Struktur: Aus den bisherigen Instituten sind Abteilungen, Forschungsprofessuren und Forschungsgruppen geworden, neue Themen wie Technik und Organisation, Ungleichheit und soziale Integration oder Public Health erweitern das Forschungsprogramm. Aus der Randlage am Potsdamer Platz wird 1989 gleichsam über Nacht eine zentrale Position, die zu Beobachtung und Gestaltung der deutschen Vereinigung ebenso prädestiniert wie zur Öffnung nach Osteuropa.

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Luftaufnahme vom WZB-Gebäude
Klaus Lehnartz

1990–1999
Öffnungen

Das WZB wächst weiter, 1995 auch durch die erste Aufstockung des zur Nationalgalerie hin liegenden Gebäudeteils. Erste Einschnitte folgen, trotz der hervorragenden Evaluierung der Einrichtung durch den Wissenschaftsrat 1997. Inhaltlich weitet sich der Blick stetig: Die Globalisierung tritt auf den Plan, Demokratieforschung, die Ökonomie am WZB wird stärker, und der Kulturraum Internet wird entdeckt.

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Treppenhaus im WZB-Altbau
Cordula Schlegelmilch

Seit 2000
Die Zukunft hat begonnen

Das WZB überschreitet Grenzen – zwischen Disziplinen und über sie hinaus. Brückenprojekte verbinden unterschiedliche Abteilungen mit unterschiedlichen Perspektiven auf ein gemeinsames Problem. Die Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität der Künste erlaubt neue Zugriffe auf akademische Fragen. Die Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik ist auf den Nachhaltigkeits-Campus EUREF gezogen, der der Mobilitätsforschung praktische Anwendungen bietet. Im Verbund mit den Berliner Universitäten gründet das WZB das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. Und es wird wieder gebaut: Eine Aufstockung eines Gebäudes („Basilika“) erweitert seit 2020 die Möglichkeiten für Forschung und Kommunikation.

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Innenhof des WZB mit Blick auf die Basilika
Bernhard Ludewig

2019 feierte das WZB seinen 50. Geburtstag mit einem Festakt unter dem Titel Europa - Mythos und Vision.

Eine ausführliche Chronik des WZB finden Sie hier.

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Michael Wilford vor dem WZB-Neubau
Architekt Michael Wilford

Bloß nicht Grau: Zum Neubau des WZB