Vermögen und gesellschaftlicher Zusammenhalt aus Relationaler Perspektive
Ziel dieses Forschungsprojekts ist es zu untersuchen, inwiefern die zunehmende Kluft zwischen reichen Eliten und der Allgemeinbevölkerung den Zusammenhalt einer Gesellschaft untergräbt. Das Auseinanderdriften der Lebensstile, Netzwerke, Chancen und Möglichkeiten sowie Weltanschauungen der Vermögenden und anderen Gesellschaftsmitgliedern kann dazu führen, dass letztere ihren Glauben an Chancengleichheit, ihr Vertrauen in den Staat oder ihr zivilgesellschaftliches Engagement in Frage stellen. In diesem Sinne könnte hohe und steigende relative Vermögensungleichheit eine direkte Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt darstellen. Dieses Projekt widmet sich daher der Entwicklung neuer Maße für relatives Vermögen, die die Entfernung, mit der sich die Vermögenden von der restlichen Gesellschaft entfernt haben, erfassen. Zu diesem Zweck kombiniert das Projekt länderübergreifende Umfragedatenanalysen mit vertiefenden Fallstudien und Umfrageexperimenten in Deutschland, Chile, dem Vereinigten Königreich und den USA. Dieser multi-methodische Ansatz erlaubt es, makrostrukturelle Treiber des Vermögen-Zusammenhalt-Nexus in unterschiedlichen institutionellen Kontexten, sowie mikro- und mesostrukturelle Faktoren innerhalb der vier Fokusländer zu untersuchen. Wir streben an, die empirische Beziehung zwischen relativer Vermögensungleichheit und sozialem Zusammenhalt zu beschreiben und ihre zugrundeliegenden Ursachen zu erklären. Wir werden darüber hinaus eine Open-Access-Datenbank veröffentlichen und unsere Ergebnisse an Interessengruppen aus Wissenschaft, Politik und der breiten Öffentlichkeit verteilen.