Chinas Hegemoniestreben? China-geführte multilaterale Institutionen und Social Purpose in Global Governance

Abstract

In den letzten Jahren hat sich die chinesische Regierung an einer Vielzahl von Bemühungen zur Schaffung multilateraler Institutionen beteiligt. Seit 1990 ist China institutioneller Initiator oder Gründungsmitglied von mindestens 21 verschiedenen multilateralen Initiativen. Diese reichen von neuen multilateralen Entwicklungsbanken, zwischenstaatlichen Sicherheitsorganisationen und Organisationen für Weltraumtechnologie bis hin zu transnationalen öffentlichen Policy-Foren, interregionalen Gruppierungen und Menschenrechtskonferenzen (siehe Stephen, 2021 für einen Überblick). Das Auftreten Chinas als führender Initiator des Multilateralismus wirft neue empirische, theoretische und politikrelevante Fragen auf. Dazu gehören:

  • An der Gründung welcher Institutionen und Initiativen hat China mitgewirkt?
  • Wie sieht der China geführte Multilateralismus im Vergleich zu bestehenden Institutionen aus?
  • Haben Chinas neue Institutionen nicht nur Auswirkungen auf die Verteilung der politischen Autorität, sondern auch auf die Prinzipien und Normen, die Global Governance zugrunde liegen?
  • Welche Rolle spielt die Schaffung multilateraler Institutionen bei der Anfechtung internationaler Hegemonie?

Dieses Projekt geht diesen Fragen systematisch nach, indem es die internationalen politischen Auswirkungen der neuen multilateralen Institutionen Chinas in den letzten dreißig Jahren untersucht. Methodisch zielt das Projekt darauf ab, das Konzept des ‚social purpose‘ in der Global Governance zu operationalisieren und es auf der Grundlage interpretativer und quantitativer Methoden der Textanalyse systematisch zu erfassen. Theoretisch wird das Projekt einen Beitrag zur Literatur über Chinas Aufstieg, die Verbreitung von Institutionen und die hegemoniale Ordnung leisten.

Laufzeit
01.04.2022–31.03.2027
Förderung
Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)