Freitag, 30. Oktober 2026

Daten jagen und sammeln

Wie KI unseren Blick auf die Welt verändert

Wenn wir durch das Museum für Naturkunde schlendern oder am WZB sozialwissenschaftliche Diskussionen verfolgen, denken wir oft nicht daran, wie das Wissen, über das wir reden, entstanden ist. Bis zum Präsentieren von Exponaten in Vitrinen und von Forschungserkenntnissen in Artikeln vergehen oft Jahre, in denen Objekte, Daten und Erkenntnisse gesammelt, geordnet, verglichen und interpretiert werden.

Dieser Prozess des Datensammelns und gelegentlich auch Datenjagens hat sich mit den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz rasant verändert.  Von der Analyse großer Datenmengen mit Hilfe von Large Language Models (LLMs) über automatisiertes Monitoring bis hin zur Bürger*innenforschung per App: Künstliche Intelligenz verändert radikal, wie wir Daten erheben, aufbereiten und verstehen. Algorithmen helfen uns, Muster in Natur und Gesellschaft zu erkennen, die uns bisher verborgen geblieben sind, und ermöglichen neuartige Wege der Datenerfassung. 

KI eröffnet also enorme Chancen, wirft aber auch kritische Fragen auf: Wie verlässlich sind diese Daten? Welche Verzerrungen bringen automatisierte Systeme mit sich? Wer hat die Deutungshoheit über die Daten? Und der Einsatz von verändert KI grundlegend, wer Daten sammeln kann. Wie wirkt sich das in der Praxis aus? Binden KI-gestützte Anwendungen Bürger:innen effizienter in Forschungsprozesse ein oder verschiebt sich die Expertise immer stärker hin zu Algorithmen?

In dieser Ausgabe der Reihe „Wissenschaft, natürlich!“ widmen wir uns diesen Chancen und Risken und beleuchten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der natur- und der sozialwissenschaftlichen Perspektive.

Auf dem Podium:

  • Dr. Julie Sheard Koch (Sprecherin LepMon, Universität Bremen) – Expertin für KI-gestütztes Biodiversitätsmonitoring und automatisierte Datenerfassung in der Insektenforschung.

  • Moritz Müller (Projektleitung mit:forschen, Museum für Naturkunde Berlin) – Experte für Bürger:innenforschung (Citizen Science) und die Frage, wie KI die Partizipation in der Datenerhebung verändert.

  • Prof. Dr. Christian Rauh (Senior Researcher am WZB und Professor für Politik an der Universität Potsdam) – Experte für die Analyse und Visualisierung komplexer Datenstrukturen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven. 

Im Anschluss an die Diskussion laden wir zum Get-Together im Sauriersaal ein.

Die Reihe „Wissenschaft, natürlich!“ ist eine gemeinsame Initiative vom Museum für Naturkunde und dem WZB, um über Fachgrenzen hinweg die drängenden Fragen unserer Zeit öffentlich zu diskutieren