Counter-mobilization protest
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Die Folgen von Gegenmobilisierung

Rechtspopulistische Bewegungen sind in westlichen Demokratien auf dem Vormarsch. Außerhalb der Parteipolitik organisieren solche Bewegungen regelmäßig Demonstrationen gegen politische Eliten und marginalisierte gesellschaftliche Gruppen. Gleichzeitig haben sich zivilgesellschaftliche Koalitionen gegen diese Bewegungen formiert. Sebastian Hellmeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Transformationen der Demokratie, und Johannes Vüllers, Universität Duisburg-Essen, analysierten die Auswirkungen solcher Gegendemonstrationen auf die rechtspopulistischen Protestaktivitäten am Beispiel der deutschen Pegida-Bewegung und ihrer Gegner*innen. 

Ihre Arbeit basiert auf zwei konkurrierenden theoretischen Erwartungen. Einerseits könnte Gegenmobilisierung rechtspopulistische Protestbewegungen schwächen, da diese ihre Ziele weniger wahrscheinlich erreichen (erwarteter Nutzen/Kosten). Auf der anderen Seite könnten Zusammenstöße verfeindeter Bewegungen die Mobilisierung durch Polarisierung und Wut (Identität/Emotionen) fördern.

Unter Verwendung eines neuen Ereignisdatensatzes auf Stadtebene zu Straßenprotesten der Pegida-Bewegung in Deutschland und ihrer Gegner*innen untersucht das Papier die Dynamik zwischen Mobilisierung und Gegenmobilisierung. Sebastian Hellmeier und Johannes Vüllers fragen, inwiefern die Gegenmobilisierung mit dem Beginn der Pegida-Proteste, ihrer Intensität in Bezug auf die Teilnehmendenzahlen und ihrer Demobilisierung zusammenhängt. Das Ergebnis ihrer quantitativen Analysen zeigt, dass Gegenmobilisierung den Beginn der Proteste nicht weniger wahrscheinlich macht, dass aber große Gegendemonstrationen mit größeren nachfolgenden Pegida-Protesten verbunden sind und dass Gewalt gegen Pegida-Anhänger*innen zu länger anhaltenden Protesten führt. Während die Ergebnisse nahelegen, dass Gegenmobilisierung nicht effektiv ist, um dem Rechtspopulismus auf der Straße entgegenzuwirken, betonen die Forscher, dass sie dennoch von Bedeutung sein kann - unter anderem als Signal an politische Entscheidungsträger*innen.

21. Juni 2021