Die Messung rassistischer Ungleichheiten
Josefine Matysiak hat ihre Dissertation zum Thema „Die Messung rassistischer Bildungsungleichheiten in Deutschland" abgeschlossen und erfolgreich verteidigt. Die Arbeit entstand in der Forschungsgruppe Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen; sie wurde jetzt veröffentlicht und ist digital zugänglich. Wir gratulieren herzlich zur Dissertation!
Die zentrale Erkenntnis von Josefine Matysiaks Dissertation ist, dass gesellschaftliche Ungleichheiten entlang der Differenzlinien „Rassismus“ und „Migration“ in der Sozialforschung differenziert betrachtet werden sollten. Sie schreibt über die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit: „Denn zum Teil sind unterschiedliche Personengruppen von Migration und Rassismus betroffen, und wir gehen von unterschiedlichen zugrundeliegenden Mechanismen aus. Um diese Differenzierung auch in der empirischen Forschung umsetzen zu können, sind jedoch spezifische statistische Kategorien zu migrations- und rassismusbezogenen Erfahrungen notwendig.“
So eignet sich die Kategorie „Migrationshintergrund“ kaum dafür, rassistische Erfahrungen statistisch abzubilden, wie die Forscherin deutlich macht. Das Erhebungsinstrument der „wahrgenommenen Fremdzuschreibung“ erweist sich dagegen als vielversprechender Lösungsansatz.
In den Daten des Nationalen Bildungspanels wurde ein solches Erhebungsinstrument für mehrere Startkohorten erhoben und steht für weitere Forschung zur Verfügung.
23.4.26, kes