Auto in der Fabrik.
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Mehr Roboter in der Autoindustrie?

Ist die Autoindustrie von einer rasant fortschreitenden Automatisierung betroffen? Die Roboterdichte gilt in vielen Publikationen als der zentrale Indikator der Automatisierung. Die Studie von Martin Krzywdzinski stellt diese Argumentation in Frage. Sie untersucht zwei zentrale Fragen: Erstens, welche Ansätze der Automatisierung und Digitalisierung werden in der Automobilindustrie in Deutschland, Japan und den USA verfolgt? Zweitens, wie hat sich die Beschäftigung in der Automobilindustrie in den drei Ländern entwickelt?

Der erste Teil der Studie von Martin Krzywdzinski stellt die Entwicklung der Automatisierungs- und Digitalisierungsansätze in der Automobilindustrie seit Anfang der 1990er Jahre bis heute in den Mittelpunkt. Der Autor kombiniert eine qualitative Analyse der Fachpresse der Automobilbranche sowie eine quantitative Auswertung der Entwicklung des Roboterbestands von 1993 bis 2018 basierend auf den Statistiken der International Federation of Robotics.

Im zweiten Teil der Studie wird der Wandel der Beschäftigungsstrukturen anhand von Berufsstatistiken des Bureau of Labor Statistics (USA), der Bundesagentur für Arbeit (Deutschland) und des Statistics Bureau of Japan untersucht. Die Studie stellt die Wahrnehmung einer automatisierungsbedingten Bedrohung von Beschäftigung und insbesondere von Produktionsbeschäftigung in Frage. Sie diskutiert zugleich die Entwicklungen in Deutschland, Japan und den USA im Vergleich und verdeutlicht Unterschiede der Automatisierung- und Digitalisierungsansätze sowie auch unterschiedliche Pfade des Wandels von Beschäftigungsstrukturen.

6.7.20

 

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Martin Krzywdzinski
David Ausserhofer

Die Studie "Automatisierung, Digitalisierung und Wandel der Beschäftigungsstrukturen in der Automobilindustrie. Eine kurze Geschichte vom Anfang der 1990er bis 2018" ist als Discussion Paper erschienen.

Martin Krzywdzinski ist Leiter der Forschungsgruppe Globalisierung, Arbeit und Produktion.